Dir wurde gekündigt. Das ist im Job für viele eine Katastrophe. Es fühlt sich an wie ein Makel. Kratzt am Selbstbewusstsein. Dazu kommt noch: Du musst Dich jetzt für einen neuen Job bewerben. Doch wie präsentierst Du diese unliebsame Tatsache?

Es hat vielleicht einfach nicht gepasst. Das kann viele Gründe haben, die Du für Dich natürlich herausfinden solltest. Aber sich deswegen zu schämen bei einer neuen Bewerbung ist unnötig.

Gründe für die Kündigung

Es gibt Kündigungsgründe, die gar nichts mit Dir zu tun haben, sondern betrieblich veranlasst sind. Zum Beispiel eine Betriebsschließung oder Insolvenz, ein Standortwechsel des Unternehmens, eine Umstrukturierung, etc.
Hierbei musst Du gar nichts schönreden. Sag einfach, wie es ist.

Dann gibt es natürlich auch Kündigungen wegen drastischem Fehlverhalten, nicht selten sogar fristlos. Bei Diebstahl, Betrug oder Veruntreuung kann das zum Beispiel der Fall sein. Das lässt sich natürlich nur schwer rechtfertigen. Aber um diese Fälle geht es hier gar nicht.

Schließlich gibt es noch Kündigungen, die die Konsequenz dessen sind, dass es irgendwie nicht gepasst hat.
Was auch immer der offizielle Grund ist, letztendlich und insgeheim läuft es oftmals darauf hinaus, dass es nicht gepasst hat zwischen Euch.

Das kommt vor, überall. Bei Freundschaften & Ehen eben genauso gut wie im Job. Das ist menschlich. Man muss nicht mit jedem gut können. Selbst wenn Dein Arbeitgeber Dir gekündigt hat, weil Du angeblich keine angemessene Leistung bringst, hat auch das Gründe, die nicht immer offensichtlich sind. Wurdest Du überhaupt so eingesetzt, dass Du Deine Stärken auch zeigen konntest? Hättest Du Unterstützung in Form einer Weiterbildung gebraucht?

Bewerbung nach der Kündigung: So nicht!

Es gibt zahllose Möglichkeiten, wieso es nicht funktioniert hat. Es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen, denn Du kannst für Dich selbst wichtige Schlussfolgerungen für Deine berufliche Zukunft ziehen.

Aber wie formulierst Du den Umstand der Kündigung möglichst positiv im Bewerbungsprozess?

Nicht schlecht über den Ex-Chef reden

Auch wenn er in Deiner Erinnerung einem Tyrannosaurus Rex gleicht – hetze niemals über Deinen ehemaligen Chef! Das wirkt verzweifelt, verbittert und – noch schlimmer – indiskret. So jemandem stellt niemand gerne ein. Denn vielleicht ziehst Du ja, falls das mit der neuen Stelle auch nicht klappen sollte, genauso über Deinen neuen Ex-Chef her wie über Deinen alten.

Nicht auf das Alter schieben

Beliebt ist es auch, zu behaupten, man sei dem Chef wahrscheinlich einfach nur zu alt gewesen. Man hätte halt Platz für jüngere und billigere Personen machen müssen.
Selbst, wenn das insgeheim wirklich der Grund gewesen wäre, wirkt es nicht positiv, auf diese Weise damit zu hausieren.
Denn was hört Dein Gesprächspartner, wenn Du das berichtest? Die Wörter alt und teuer. Die sind aber grundsätzlich völlig unangebracht und Du solltest sie nie auf Dich beziehen.
„Erfahren und in einer dementsprechenden Gehaltsklasse“ – das kommt der Realität viel näher. Denn niemand bekommt mehr Geld, weil er „alt“ ist, sondern weil er über viel Berufserfahrung & Kompetenz verfügt. Deshalb machst Du Dich selbst klein, wenn Du behauptest, Du seist gekündigt worden, weil Du zu „alt“ und deshalb zu „teuer“ wärst. Damit klingst Du wie in Punkt 1 verbittert und verzweifelt.

Keine „Tricks“

Auch ein Fehler ist es, die Kündigung gleich ganz zu vertuschen. Da kommen dann auf Nachfrage meist recht schwammige und blumige Aussagen, wenn es um den Grund der Bewerbung geht. „Ich wollte mal was Neues machen“ ist recht beliebt, und vielleicht nicht mal gelogen. Jedoch wirft die Tatsache, dass der vorherige Job durch eine Kündigung unfreiwillig beendet wurde, ein anderes Licht auf die Situation. Schließlich war der Wunsch, etwas Neues zu machen, hier eher still vertreten und hat nicht dazu geführt, eigeninitiativ den Job zu wechseln.

Auch sehr ungünstig ist der „Trick“, im Lebenslauf einfach den durch Kündigung eigentlich längst beendeten Job als aktuelle Position im Lebenslauf zu lassen. Spätestens im Vorstellungsgespräch wird man in Erklärungsnot kommen. Dann einfach zu behaupten, man habe halt vergessen, den Lebenslauf anzupassen, macht alles nur noch schlimmer. Denn wahrscheinlich glaubt das niemand – dann stehst Du als Lügner da. Und falls es doch jemand glaubt, wirkst Du unvorbereitet und unmotiviert.

Wie dann?

Am besten erklärst Du das Ganze ein wenig näher, ohne Dich zu sehr zu rechtfertigen. Wenn es nicht gepasst hat, hat es nicht gepasst. Eine mögliche – sehr neutrale – Formulierung wäre: “Es stellte sich heraus, dass wir einfach zu unterschiedliche Auffassungen hatten. Sowohl mein Arbeitgeber als auch ich selbst waren am Ende mit der Situation unzufrieden. Deshalb war es auch das Beste, dass das Arbeitsverhältnis beendet wurde. Auf diese Weise können wir beide nach einer passenderen Lösung suchen, womit allen geholfen ist.“ Das wirkt weder verzweifelt noch passiv, Du stehst nicht als Opfer da.

Falls Du auf der Suche bist nach einem neuen Job – egal aus welchem Grund – melde Dich bei uns. Wir unterstützen Dich auf Deinem Weg zum Ziel. Wird doch direkt mal einen Blick in unsere Jobbörse!

Hinweis:
Aus Gründern der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier im Blog die männliche Form von Bewerber, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, etc. – selbstverständlich meinen wir damit aber jederzeit beide Geschlechter.