Was alles im Bewerbungsprozess schief laufen kann? Jede Menge! Darüber gibt es unzählige Abhandlungen. Auch auf Bewerberseite können einige Fehler passieren. Hier möchten wir mal die – aus unserer Sicht als Personalberatung in Köln – gröbsten Fehler vorstellen. Rein subjektiv, natürlich!

Du wirst sehen, es ist gar nicht so schwer, einen guten ersten Eindruck zu machen!

1. Keine richtige Vorstellung vom Job – man will halt irgendetwas machen

Sehr negativ fällt das Verhalten von Bewerbern auf, denen scheinbar egal ist, was sie im Job machen. Zu einer Personalvermittlung wie der CEP Gruppe kommen viele Bewerber, die sich nicht für einen konkreten Job bewerben. Sie möchten, dass wir ihnen Jobs präsentieren, die für sie interessant sein könnten. Deshalb fragen wir natürlich nach, was ihn vorschwebt. Und oft kommt dann einfach nur: “Ein Bürojob in Vollzeit, gerne direkt in Köln.“

Das könnte nun aber alles ein: Buchhalter, Assistent, Controller, Projektmanager, Sachbearbeiter, Kundenbetreuer, etc. Und selbst Buchhalter ist nicht gleich Buchhalter! Es gibt Bilanzbuchhalter, Finanzbuchhalter, Lohnbuchhalter, Buchhalter für internationale Rechnungslegung, u.s.w.

Wer so wenig über das weiß, was er machen möchte, braucht entweder dringend eine Berufsberatung oder ein Coaching oder sucht einfach nur dringend einen Job, um Geld zu verdienen. Das ist natürlich völlig legitim – aber selten das, was sich Personaler im Vorstellungsgespräch erhoffen. Es schmälert die Chancen darauf, den Job zu bekommen, meist von vorneherein. Daher sollte sich jeder Bewerber ernsthaft Gedanken dazu machen, was er will.

Wer Angst hat, sich dadurch die Chance auf einen dringend benötigten Job zu vergeben, kann signalisieren, dass er durchaus bereit ist, von seinen Vorstellungen abzuweichen, wenn das Gesamtpaket stimmt. Das wiederum hören Personaler meist gerne, weil es Flexibilität zeigt.

2. Zu unflexibel sein – das Gegenteil von Punkt 1

Womit wir bei Punkt 2 ankommen der 5 größten Fehlern im Bewerbungsprozess: Jemand hält an bestimmten Jobvorstellungen und Rahmenbedingungen fest, ohne auch nur für einen Moment eine Alternative zu erwägen.

Natürlich ist es gut, zu wissen, was man will. Es zeigt, dass man sich mit dem Thema beschäftigt hat und dass man konkret auf sein Ziel hinarbeitet. Außerdem signalisiert man, dass man nicht nur für Geld arbeiten möchte, sondern auch aus Interesse. Aber wer zu unflexibel ist und sich Alternativen – die natürlich dennoch passend sein müssen – grundsätzlich nicht einmal anhören möchte, hinterlässt meist leider keinen guten Eindruck. Natürlich soll man sich keinen Job aufdrängen lassen. Aber man kann durchaus offen sein für Vorschläge und sie gemeinsam besprechen. Dazu gehört dann schließlich auch die Möglichkeit, abzulehnen.

3. Sich nicht präsentieren können

Zu den schlimmsten Fehlern, die man im Bewerbungsprozess begehen kann, gehört es, sich schlecht zu präsentieren.
Das heißt nicht, dass jeder Bewerber ein begnadeter Selbstdarsteller sein muss!

Jedoch sollte er sich und seinen bisherigen Werdegang in ein paar zusammenhängenden Sätzen vorstellen können, dabei hin und wieder Blickkontakt suchen und auch mal ein Lächeln einstreuen. So schwer ist das nicht. Es zeugt davon, dass man die Basics des sozialen Miteinanders beherrscht – was immerhin auch später im Job selbst wichtig ist.

4. Unorganisiert wirken

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Unorganisiertheit manche Bewerber an den Tag legen.

Sie vergessen den Termin fürs Vorstellungsgespräch, kommen zu spät, verlieren im Gespräch immer wieder den Faden, ihre Bewerbungsunterlagen wirken auf seltsame Weise unstrukturiert, …

Ein bisschen Chaos ist ja durchaus charmant, zu viel davon lässt die Chancen auf den Job drastisch schwinden. Immerhin besteht die Gefahr, dass später im Job genauso chaotisch gearbeitet wird …

5. Keine Fragen haben

Zu guter Letzt ein Fehler, den immer noch sehr viele Bewerber begehen.
Wenn der Personaler oder Fachbereichsleiter fragt, ob der Bewerber seinerseits Fragen zum Job oder zum Unternehmen hat, ist das eigentlich eine Aufforderung zum Dialog. Wer jetzt keine Fragen hat, signalisiert, dass er kein Interesse an dem Unternehmen hat.

Das kommt der Einstellung „Hauptsache ein Job“ sehr nahe. Aber Arbeitgeber suchen Menschen, die sich für das, was sie tun, auch persönlich interessieren. Deshalb gilt es, immer zwei oder drei Fragen auf Lager zu haben, die möglichst wirklich auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein sollten und nicht nach Standard-Fragenkatalog klingen.

Man kann vieles falsch machen im Bewerbungsprozess, aber es ist gar nicht so schwer, es richtig zu machen: Du musst wissen, was Du willst, dabei offen für Vorschläge sein und Sozialkompetenz sollte für Dich nicht nur ein Wort sein, sondern auch gelebt werden. Eigentlich ganz normal, oder? Gleiches gilt selbstverständlich auch für Dein Gegenüber!

Hinweis:
Aus Gründern der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier im Blog die männliche Form von Bewerber, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, etc. – selbstverständlich meinen wir damit aber jederzeit beide Geschlechter.