Aus Gründern der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier im Blog die männliche Form von Bewerber, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, etc. – selbstverständlich meinen wir damit aber jederzeit beide Geschlechter.

Mit der Berufswahl ist es nicht immer so leicht. Manch einer ist Bäcker geworden, weil Vater und Großvater dies auch schon waren. Andere wurden Sachbearbeiter, weil es dazu die meisten Jobangebote gab. Und wieder andere ergreifen einen Beruf, weil die Verdienstmöglichkeiten dort enorm sind.

Berufswahl ist oft eher passiv als aktiv – man rutscht halt so hinein. Auch Studenten eher generalistischer Studienrichtungen wie beispielsweise BWL oder VWL stehen am Ende ihres Studiums nicht selten vor dem Problem der richtigen Berufswahl.

Da kann die Qual der Berufswahl durchaus schlaflose Nächte bereiten.
Dabei haben gerade Studenten einen gewissen Vorteil: mehr Zeit bei der Berufswahl! Viele von ihnen haben während des Studiums ein Praktikum durchgeführt oder nebenbei gejobbt – mit viel Glück durften sie dabei in den gewünschten Schwerpunktbereichen arbeiten.

Aber auch hier stellt sich die Frage, ob es sich um genau den Bereich handelt, der zu einem passt und einen auf Dauer ausfüllt. Im Idealfall ist dies so – und man erhält am Ende ein festes Jobangebot. Wenn es nicht so ideal gelaufen ist, hat man den Job am Ende vielleicht nur angenommen, weil man ihn bekommen konnte. Man kennt das aus anderen Bereichen – Gelegenheit macht Liebe, sozusagen.

In einer noch viel schwierigeren Situation sind natürlich all jene, die vor der Berufswahl noch nicht in einen potentiell interessanten Bereich hinein schnuppern durften.

Berufswahl aus rein fachlichen Gründen kann gefährlich sein

Festlegen, wofür man fachlich geeignet ist, Abgleichen des eigenen Profils mit dem Profil ausgeschriebener Stellenangebote, Sammeln von Informationen zu bestimmten Berufsfeldern – all das ist hilfreich bei der Berufswahl. Aber es beantwortet letztendlich nur die Frage danach, wozu man aufgrund von erworbenen Fachqualifikationen geeignet ist.

Im Laufe des Berufslebens wird aber vielen früher oder später klar, dass man tagein, tagaus, über Monate und Jahre hinweg in einer Rolle steckt, die man nicht nur fachlich, sondern auch persönlich ausfüllen muss – und gerade wenn es im persönlichen Bereich nicht passt, kann das auf lange Sicht zu großer Unzufriedenheit, möglicherweise zu Burnout führen. Und das soll man dann sein ganzes Berufsleben lang aushalten?

Wir haben einige solcher Fälle kennengelernt – erfreulicherweise haben viele davon, nachdem sie die Problematik einmal erkannt hatten, mit Hochdruck und hoher Motivation daran gearbeitet, ihre bisherige Berufswahl zu optimieren.

Ein Beispiel aus der Praxis

Wessen Berufswahl auf Assistent/-in der Geschäftsführung fällt, darf sich im Regelfall auf einen abwechslungsreichen, interessanten und verantwortungsvollen Berufsalltag freuen, je nach dem mit Vertretungsbefugnis für die Geschäftsleitung. Wer allerdings nicht damit umgehen kann, stets einen großen Berg an offenen Projekten auf dem Schreibtisch liegen zu haben, die nicht abgeschlossen werden können, weil die Geschäftsführung verständlicherweise noch viele andere Themen angehen muss und deshalb für notwendige Rücksprachen oft nicht erreichbar ist, wird es nicht leicht haben.

Wer extrem ergebnisorientiert ist, dürfte sich mit einer Berufswahl als Projektmanager oder generell mit einem komplett eigenverantwortlich abzuwickelnden Bereich langfristig wohler fühlen. Natürlich ist auch hier immer der Einzelfall zu betrachten!

Berufswahl auch persönlich ausrichten

Es ist jedenfalls empfehlenswert, bei der Berufswahl neben der fachlichen Komponente auch auf die persönliche Komponente abzustellen. Wichtig hierbei sind tatsächlich die häufig nicht ganz so ernst genommenen Soft Skills. Fragen, die man sich zu dieser Thematik stellen könnte, sind zum Beispiel:

  • Wie flexibel bin ich?
  • Bin ich eher lösungs- oder problemorientiert?
  • Besitze ich eine gesunde Delegationsfähigkeit oder habe ich lieber alles selbst unter Kontrolle?
  • Wie stressresistent bin ich? Was bedeutet Stress für mich? Was empfinde ich als Stress?
  • Wie gut ist meine Konfliktfähigkeit?
  • Benötige ich Führung, um mich sicher zu fühlen oder entscheide ich lieber weitestgehend frei?
  • Bin ich in der Lage, die Konsequenzen dieser Entscheidungen zu tragen?
  • Möchte ich sorgfältig arbeiten können und alles gewissenhaft beenden, arbeite also gerne in die Tiefe?
  • Oder bin ich eher jemand, der alles grob anreißt und sich nur auf das Wesentliche konzentriert, um sich dann schnell wieder anderen Themen widmen zu können? Arbeite ich also lieber etwas oberflächlicher, dafür aber breit aufgestellt?
  • Wie selbstbewusst bin ich?

Die Liste ließe sich noch viel weiter führen.

Es geht darum, vor der Berufswahl heraus zu finden, wie man die nächsten Jahre seines Lebens verbringen möchte, da ist natürlich Ehrlichkeit zu sich selbst unabdingbar.

Wenn man dann erst einmal ein detailliertes Persönlichkeitsbild von sich selbst gezeichnet hat, muss man recherchieren, welche der fachlich grundsätzlich in Frage kommenden Jobs dazu passen und welche nicht. Das ist natürlich nicht ganz einfach!

Schön, wenn man andere Personen nach ihren persönlichen Erfahrungen fragen kann. Auch eine Internetrecherche kann bei der Berufswahl helfen. Zu vielen Berufen haben sich Foren gebildet, zu einigen Berufsbildern gibt es Informationsseiten. Oder man investiert etwas mehr Zeit besucht einen Karrierecoach – oder kommt einfach zu UNS 🙂.

Möglichkeiten gibt es viele. Wichtig ist, die Problematik überhaupt erst einmal zu erkennen und sich dann frühzeitig darum zu kümmern.
Wenn Du die Weichen richtig stellen willst, ruf uns an und mach einen Termin mit einem unserer Berater. Wir können Dir die Entscheidung bei der Berufswahl nicht abnehmen, aber erleichtern.