Die Zeiten ändern sich. Das gilt überall, aber ganz besonders in der Jobwelt. Waren in grauer Vorzeit fast ausschließlich Hard Skills gefragt, haben die Unternehmen schon vor vielen Jahren die unverzichtbare Qualität der Soft Skills entdeckt. Teamplaner werden seither gesucht, soziale und emotionale Intelligenz, Empathie und Kritikfähigkeit spielen schon lange nicht mehr nur Nebenrollen auf der Bühne der Qualifikationen. Ein gutes Betriebsklima wird von praktisch jedem Unternehmen auf den Wunschzettel geschrieben.

Nun gehen einige von ihnen seit relativ kurzer Zeit den nächsten Schritt und überlassen die herrschende Grundstimmung nicht mehr dem Zufall: Sie stellen Feelgood Manager ein, deren Aufgabe es ist, eine gewisse „Nestwärme“ zu erzeugen. In Deutschland ist dieses Berufsbild noch nicht allzu verbreitet, aber eine Studie des Jobportals Monster hat ergeben, dass 76% der befragten Monster-Nutzer einen Feelgood Manager im Unternehmen für sinnvoll halten.

Scherz oder ernster Hintergrund?

So lustig das auf den ersten Blick für viele klingen mag, so gewichtig ist der Hintergrund: Gerade die Generation Y legt Wert auf ein Arbeitsumfeld, das eben nicht nur aus Arbeit besteht. Es geht um Dazugehörigkeit, um Gemeinschaft. Aber auch um die Möglichkeit, Freizeit, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. Dazu braucht es passende Arbeitszeitmodelle und Angebote, die die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Das kann ein Feelgood Manager leisten. Er ist sozusagen nah dran am Puls der Mitarbeiter und weiß, was es braucht, um sie glücklich zu machen.

Dazu hat er ein offenes Ohr, ist Anlaufstelle für Beschwerden, immer auf der Suche nach Lösungen und Schnittstelle in alle Richtungen.

 

Glückliche Mitarbeiter, erfolgreiche Unternehmen

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre geht Hand in Hand mit einer erhöhten Produktivität. Angebote wie Meditation, Sportmöglichkeiten oder Ruheräume können sich positiv auf die Leistung auswirken. Auch eine höhere Mitarbeiterbindung kann aus dem erfolgreichen Wirken eines Feelgood Managers resultieren, was Fluktuationskosten senkt und dem Fachkräftemangel vorbeugt.

Aber auch neue Mitarbeiter können leichter gewonnen werden, wenn das Unternehmen mit einer glänzenden Unternehmenskultur werben kann. Das zahlt ganz erheblich auf die Arbeitgebermarke ein. Es wird deutlich, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter ernst nehmen, ihnen zuhören, sie fördern. Insofern ist ein Feelgood Manager nicht zuletzt auch aus Gründen des Employer Brandings gar nicht lächerlich, sondern ein Botschafter mit einer immer wichtiger werdenden Botschaft.

Learnings für Unternehmen ohne Feelgood Manager

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Beschäftigung eines Feelgood Managers selbstverständlich wird. Aber allein die Tatsache, dass ein solches Berufsbild entsteht, zeigt ziemlich deutlich, wie überholt bereits heute autoritär und rein hierarchisch geführte Unternehmen sind. Sie sind wie Dinosaurier, die langfristig aussterben werden.

Mitarbeiter wollen immer stärker teilhaben, bei der Arbeit nicht gegen ihre persönlichen Werte verstoßen müssen und das Gefühl haben, an etwas Sinnvollem aktiv mitzuwirken. Eigentlich müssten die Unternehmen jubilieren. Denn Mitarbeiter, die sich identifizieren können mit dem, was sie tun, engagieren sich im Regelfall auch stärker.

Daher ist es in jedem Fall wichtig, auch dann ein angenehmes, offenes und partizipatives Betriebsklima zu schaffen, wenn nicht extra ein Manager dafür eingestellt werden kann.

Hinweis:
Aus Gründern der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier im Blog die männliche Form von Bewerber, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, etc. – selbstverständlich meinen wir damit aber jederzeit beide Geschlechter.