Aus Gründern der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier im Blog die männliche Form von Bewerber, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, etc. – selbstverständlich meinen wir damit aber jederzeit beide Geschlechter.

Wer eine Bewerbung schreibt, möchte einen Job, das ist klar. Nicht so klar ist, warum sich so viele Bewerber keine Mühe dabei geben, zu glänzen!

Und täglich grüßt das Murmeltier

  • „Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als … .“
  • „Mit großem Interesse habe ich Ihr Stellenangebot gelesen… .“
  • „Ich bin stets ergebnisorientiert und hoch motiviert … .“
  • „… suche ich eine neue Herausforderung… .“
  • „Auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich.“

… Gähn!
Genauso lautet es in den meisten Bewerbungen!

Ganz ehrlich, das ist ein wenig so, als würde man im langweiligsten Outfit, das man im Schrank hat, zu einem Rendezvous erscheinen.
Ja natürlich, in den ganzen Bewerbungsratgebern stehen diese Floskeln drin und werden wärmstens empfohlen.

Das ist aber auch schon das Problem: Wenn jeder Bewerber die gleichen Tipps für seine Bewerbung berücksichtigt, klingen natürlich alle Anschreiben gleich. Auf diese Weise fallen tagtäglich Heerscharen von Personalern vor Langeweile in komatöse Zustände.

Aber nicht nur die Flut an gleichlautenden Bewerbungen ist eine Qual – auch der oft sehr gestelzte Satzbau. Wie oft, wenn Du jemanden kennengelernt hast, hast Du folgende Worte verwendet: „Hiermit stelle ich mich Ihnen vor als [ Dein Name ]“? Wahrscheinlich noch nie, oder?

Eher hast Du einfach die Hand ausgestreckt und Deinen Namen genannt.

Aber in den Bewerbungen heißt es dann oft: „Hiermit bewerbe ich mich als … .“
Wie sinnvoll ist dieser Satz überhaupt? Dass es sich um eine Bewerbung handelt, lässt sich unschwer erkennen. Mit diesem lahmen Einstieg vergibt man sofort die Chance auf einen originellen und herausstechenden ersten Eindruck. Und weil Personaler diesen Satz bereits unzählige Male gelesen haben, schalten sie dabei unbewusst direkt ab.

Mit Stil aus der Reihe tanzen

Die gute Nachricht: Es ist ziemlich einfach, aus diesem Einheitsbrei herauszustechen und den Recruitern wieder ein wenig Leben einzuhauchen!

Vergleiche bitte einmal folgende Sätze:

  • „Sehr geehrte Frau Müller, hiermit bewerbe ich mich als Buchhalter auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle, die ich mit großem Interesse gelesen habe.“
  • „Sehr geehrte Frau Müller, Sie suchen einen Buchhalter, der über den Tellerrand blickt? Sie haben ihn gefunden. Ich bin Peter Mustermann und freue mich, Ihnen einen Einblick in meinen beruflichen Weg geben zu dürfen. “

Wer Bewerbung für Bewerbung immer wieder den ersten Satz liest, gerät bei dem zweiten Satz vor Begeisterung schon fast aus dem Häuschen!
Und das, obwohl es sich dabei wahrlich nicht um literaturpreisverdächtige Lyrik handelt!
Schon ist die Aufmerksamkeit wieder voll hergestellt!

Es ist also wirklich nicht schwer, ein wenig originell zu sein. Warum aber tun sich viele Jobsuchende damit so schwer? Die Antwort ist einfach – es steht viel auf dem Spiel, nämlich die berufliche und damit auch finanzielle Zukunft. Da möchten viele möglichst kompetent, seriös und professionell klingen.

Irrtümlicherweise glauben sie, eine Sprache, die nach „Beamtendeutsch“ klingt, würde genau das suggerieren. Kompetent wirken aber insbesondere diejenigen, die es schaffen, frei zu schreiben und dennoch einen angemessenen Ton zu finden.

Floskeln – besser vermeiden!

Es gibt noch eine weitere Falle im Bewerbungseinerlei: die immer gleichen Floskeln!
Sie tauchen in allen Bewerbungen auf und haben ebenfalls eine leicht betäubende Wirkung.

So ist nahezu jeder laut seiner Bewerbung …

  • ein echter Teamplayer,
  • der motiviert und ergebnisorientiert vorgeht,
  • effizient Aufgaben löst
  • und gerne in einem dynamischen Umfeld arbeitet.

In der Tat bestehen viele Anschreiben aus genau diesen Wörtern in Kombination mit oben erwähntem Satz und das war es dann auch schon. Lebenslauf dazu, fertig ist die Bewerbung – und die Verwunderung groß, dass es nicht so richtig klappt mit dem Bewerben.

Dabei ist eine Bewerbung eine erste Arbeitsprobe, die das eigene Vorgehen und die eigene Arbeitsweise sehr deutlich macht. Das sollte man ganz bewusst nutzen!

Sei anders, sei echt, sei Du

Überlege Dir, wie Du gezielt aus der Masse herausstechen kannst, ohne Dich zum Clown zu machen. Anstelle oben genannte Floskeln zu verwenden, kannst Du sie umschreiben.

„Zur Höchstform laufe ich auf, wenn ich gemeinsam mit engagierten Kollegen eigenständige Lösungen erarbeiten kann, die das Unternehmen und seine Kunden voran bringen.“ Auch hier bist Du ein dynamischer, ergebnisorientierter Teamplayer – es klingt jedoch einfach frischer und nicht so abgedroschen.
Aber schreib nur das in die Bewerbung, was wirklich zu Dir passt. Alles andere kommt sowieso spätestens dann ans Tageslicht, wenn man Dich einstellt.