Der Bundesverband der Personalmanager BPM und das Bundesfamilienministerium kamen im Rahmen einer gemeinsamen Befragung von 1500 Personalverantwortlichen zu dem Ergebnis, dass insbesondere vollzeitnahe Teilzeitmodelle immer wichtiger werden.

Vollzeitnahe Teilzeit – was ist das?

Im Allgemeinen versteht man unter „Teilzeit“ ein Modell, bei dem die Arbeitszeit bei etwa 50% bis 75% der Arbeitszeit im Vollzeitbereich liegt. So kommt häufig eine Wochenarbeitszeit von 20 oder 25 Stunden anstatt 40 Stunden vor.

Bei der vollzeitnahen Teilzeit hingegen liegt die Arbeitszeit zwischen 75% und 90% gemessen am Vollzeitmodell.

Das entspricht ca. 28 bis 36 Wochenarbeitsstunden.

Vollzeitnahe Teilzeit – gefördert und gefordert

Genau dieses Modell soll laut den Ergebnissen der Befragung verstärkt angeboten werden.
Bisher wird die „normale“ Teilzeit von 40% der Teilnehmer angeboten, die vollzeitnahe Teilzeit hingegen nur von 11%.

Das Modell bietet eine gewisse zeitliche Flexibilität für die Arbeitnehmer bei gleichzeitig nur geringen Gehaltseinbußen. Dies komme jenen entgegen, die sich nicht zwischen Familie und Job entscheiden, sondern beides gleichermaßen in ihr Leben integrieren wollten. Auch Karriereknicks sind mit diesem Modell unwahrscheinlicher.

Employer Branding mit neuen Arbeitsmodellen

Der Kampf um die Fachkräfte tobt seit Jahren unerbittlich quer durch die Branchen. Deshalb ist es wichtig, dass Arbeitgeber ihre Chancen ergreifen, um attraktiv für Bewerber und Mitarbeiter zu bleiben. Ein hervorragendes Mittel dazu ist, ihnen Möglichkeit zu bieten, bei denen sich ihr Job ihren Lebensumständen anpasst – und nicht umgekehrt!

Deshalb sollte jedes Unternehmen für sich prüfen, ob es derartige Modelle anbieten kann.

Vollzeitnahe Teilzeit erfolgreich umsetzen

Wichtig für gutes Gelingen ist insbesondere die Akzeptanz durch die Führungskräfte. Das gaben 35% der Befragten an.
Darüber hinaus sind eine flexible Organisationsstruktur (27%), flexibler Umgang mit Arbeitszeiten (22%) sowie Transparenz im Team (22%) wichtige Vorraussetzungen.

Eine Herausforderung sehen die meisten (86%) in der Gefahr der Arbeitsverdichtung. Denn bei nur geringer Arbeitszeitverkürzung, wie es bei der vollzeitnahen Teilzeit der Fall ist, ist eine Umverteilung der Aufgaben oftmals nicht möglich. Das bedeutet, dass zwar weniger Arbeitszeit anfällt – aber nicht weniger Aufgaben. Insofern kann es zu Überbelastungen kommen.

Deshalb ist es wichtig, solche Modelle behutsam einzuführen und vielleicht erst einmal zu testen, die Ergebnisse sorgfältig auszuwerten und dann zu entscheiden, wie man langfristig vorgehen will.

Dann liegt im vollzeitnahen Teilzeitmodell eine großartige Möglichkeit, Mitarbeiter zu binden, Fluktuation zu senken und Bewerber anzuziehen.

Hier >> geht es zur Studie.

Hinweis:
Aus Gründern der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier im Blog die männliche Form von Bewerber, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, etc. – selbstverständlich meinen wir damit aber jederzeit beide Geschlechter.